GUTE VERBINDUNGEN

Zahlreiche Studien zeigen, dass Menschen, die ein gutes soziales Netzwerk haben, ein deutlich geringeres Stresserleben und eine bessere mentale Gesundheit aufweisen. Warum? Wir Menschen sind soziale Wesen und unser soziales Netzwerk gehört zu den wichtigsten Ressourcen, um für unser seelisches Wohlbefinden und unsere mentale Gesundheit zu sorgen. Besonders eindrucksvoll zeigen das die Forschungsergebnisse der 75-jährigen Harvard-Studie. 75 Jahre lang wurden Personen aus den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Gruppen beobachtet, untersucht und befragt. Welcher Faktor hat sowohl die Gesundheit als auch die Lebenszufriedenheit dieser Personen am meisten beeinflusst? Nicht die Cholesterinwerte, nicht die Fitness, nicht das Geld. Es waren die sozialen Beziehungen!

Miteinander sprechen, miteinander lachen, miteinander streiten – all das sind Dinge, die der Mensch als soziales Wesen braucht. So hat sich in vielen Studien gezeigt, dass Menschen, die diese Formen sozialer Interaktion nutzen, ein deutlich geringeres Stresserleben aufweisen. Dies lässt sich sogar bis ins Hormonsystem verfolgen: Es vermindert die Ausschüttung des Stresshormons Cortisol.

Hinzu kommt, dass die Nutzung des sozialen Netzwerks ein großer Resilienzfaktor ist. Menschen, die in der Lage sind von sich und ihren Sorgen zu erzählen bzw. auch um Unterstützung bitten können, sind resilienter – d.h. sie haben ein gutes „psychisches Immunsystem“! Im Kontakt mit anderen Menschen zu sein,

  • gibt uns Sicherheit und Kraft in unsicheren Zeiten
  • motiviert uns Herausforderungen anzunehmen
  • unterstützt und entlastet uns.

ES IST VON VORTEIL, SEIN NETZ BEREITS GESPANNT ZU HABEN, BEVOR MAN SICH REINFALLEN LÄSST. 

Welche sind deine 5 wichtigsten Menschen, die für dich da sind und dir Kraft geben? Hast du ihnen das diese Woche schon gesagt?

Mit der  Übung „Wie gut ist dein Netz geknüpft“  kannst du einen genaueren Blick auf dein soziales Netzwerk werfen.

Natürlich zählt dabei in erster Linie Qualität statt Quantität. Dabei wäre es zu kurz gedacht, bei der Darstellung des eigenen Netzwerks nur die engsten Familienangehörige oder Freunde zu berücksichtigen.

Die durchschnittliche Wochenarbeitszeit in Deutschland beträgt in etwa 35 Stunden. Diese Zeit verbringen wir also mehr oder weniger im Kontakt mit unseren Kolleg:innen. Selbst wenn wir uns nur die Pausenzeiten anschauen, die häufig mit Kolleg:innen verbracht werden, ist das vermutlich mehr gemeinsame Zeit als mit dem besten Freund im ganzen Monat! Auch wenn die Beziehungen zu Personen aus dem Kolleg:innenkreis selten das gleiche Intensitätslevel erreichen wie bei engen Freundschaften, so sind es doch Menschen, mit denen wir uns täglich austauschen und die wir in irgendeiner Form an unserem Leben teilhaben lassen.

Doch die drastischen Veränderungen der Arbeitswelt durch Digitalisierung und Homeoffice-Möglichkeiten machen die Zusammenarbeit und das Miteinander im Team mitunter sehr herausfordernd! Wie ein guter Zusammenhalt trotz digitaler oder hybrider Zusammenarbeit gelingen kann, erfährst du hier.